Arbeitszeitmodelle und Dienstplanung

Der neue Anspruch an die Arbeit und das Leben ist eine ausgewogene Work-Life-Balance. Doch nicht ohne Grund hält sich das Vorurteil, Work-Life-Balance gäbe es für Chirurginnen und Chirurgen nicht. Flexibilität von allen Beteiligten ist gefragt.

Gute betriebliche Mittel für eine ausgewogene Work-Life-Balance sind Teilzeitmodelle und Arbeitszeitflexibilisierung. Es ist aber nicht immer einfach, diese Modelle in einem Bereich einzuführen, in dem viele Einsätze schwer planbar sind wie eben in der Chirurgie. Neben dem Angebot von Teilzeitarbeitsplätzen ist außerdem das gewählte Dienstmodell von großer Bedeutung.

Teilzeitmodelle

Auch in der Chirurgie werden bereits verschiedene Teilzeitmöglichkeiten eingesetzt. Hierbei gilt es flexibel auf individuelle Bedürfnisse einzugehen, beispielsweise durch die Anpassung der Arbeitszeitmodelle an die jeweils genutzten Betreuungsmöglichkeiten. 

Teilzeit kann sowohl im normalen Klinikalltag als auch in der klein-segmentierten Aufgabenspezialisierung realisiert werden. Zwar verlängert sich beispielsweise die Weiterbildungszeit, wenn diese in Teilzeit absolviert wird, doch wird den Assistenzärzt_innen diese Zeit für ihre Ausbildung angerechnet, wenn diese mindestens die Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit umfasst. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei den zuständigen Landesärztekammern. Außerdem können Sie Ihre Weiterbildung in Teilzeit mit dem FamSurg-WB-Zeitrechner planen.

Bei „Teilzeitmodellen“ handelt es sich also nicht, um eine konkret durchzuführende Maßnahme. Vielmehr geht es im Bereich Teilzeit um die Bereitschaft verschiedene Modelle möglich zu machen. Entgegen der noch vielfach verbreiteten Meinung, Teilzeit in der Chirurgie wäre nicht möglich oder zumindest nicht im normalen Stations- und OP-Alltag umsetzbar, ist dem nicht so – es ist möglich!

Beispiele verschiedener (Teilzeit-)Modelle

Stellenumfang ArbeitszeitenEinsatzbereiche
80 Prozent4 Tage Vollzeit, ein Tag freiStation, ITS, NA, Ambulanz, Poliklinik, OP
75 Prozenttageweise verkürzte Arbeitszeit, 
bspw. von 7-14:45 Uhr
Station, ITS, NA, Ambulanz, Poliklinik, 
OP: mittellange Eingriffe - selten Notfälle
50 Prozent1 Woche Vollzeit Arbeit, 1 Woche frei 
(bei geteilten Arbeitsplätzen)
Station, ITS, NA, Ambulanz, Poliklinik, OP
tägliche halbe Arbeitstagev.a. Sprechstunden
2,5 Tage freiStation, ITS, NA, Ambulanz, Poliklinik, 
OP möglich
100 Prozent= 42 h; geregelte Arbeitszeiten Forschungslabor, Poliklinik, Ambulanz, NA
OP eher schwierig








Es ist Kreativität von Teilzeitinteressierten und Leitungen gefragt, um mit entsprechender Organisation und Flexibilität, verschiedene Modelle von Teilzeitarbeit möglich zu machen. 

Dienstplanung

Neben der Möglichkeit in Teilzeit zu arbeiten ist es ebenso wichtig Strukturen für die allgemeine Dienstplanung mit dem für die jeweilige Klinik bestmöglichen Dienstmodell zu schaffen. Ein wichtiges Kriterium besonders für Eltern ist eine rechtzeitige und langfristige Dienstplanung. Darüber hinaus sollte ein Dienstmodell gewählt werden, das am besten zu den Bedürfnissen der Klinik und den Mitarbeiter_innen passt.

Beispiel der Klinik für Allgemein Chirurgie, UKSH, Campus Lübeck

  • Diensthabende beginnen den Dienst um 14 Uhr
  • Keine 24 h Dienste mehr
  • Verringerung der Dienstmannschaft auf 2 Anwesende und 1 Rufbereitschaft, daher weniger Anwesenheitsdienste

 

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